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Nov 19

Ein Spitzenspiel wie es im Buche steht.

Am vergangenen Wochenende stand das Spitzenspiel der Oberliga zwischen dem TUS Lübeck und den Nordstars an. Da beide Mannschaften noch ungeschlagen in dieser Saison waren, wurde ein sehr intensives und spannendes Spiel erwartet. Und die Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden.

Leider fuhren die Nordstars, mal wieder, nicht in voller Besetzung nach Lübeck, so dass Niklas Müller, Lennart Beith und Coach Robin Hergel (alle eigentlich Spieler der 2. Herren) wieder einmal aushelfen mussten. Nichts desto trotz war die Motivation hoch, da in der vergangenen Saison das Spiel in Lübeck verloren gegangen war und man sich diese Blöße nicht zweimal geben wollte. Außerdem wäre durch einen Sieg auch die alleinige Tabellenführung für die Nordstars drin, ein Bild, das es schon seit einigen Jahren nicht mehr in der Oberliga gab.

Das erste Viertel begann sehr angespannt. Zwar konnte die Defence der Nordstars sich nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell finden, allerdings wurden in der Offence die Bälle nicht mit dem letzten Fünkchen Willen in den Korb gebracht, so dass bereits ab der 7. Minute zwar viele Freiwürfe auf dem Konto der Nordstars standen, die Punkte jedoch nur langsam mehr werden wollten. Am Ende stand ein 15:15 nach 10 Minuten auf dem Board. Defensiv eine sehr gute Leistung, den Gastgeber bei nur 15 Punkten zu halten, allerdings war es offensiv noch verbesserungswürdig.

Dies gelang im zweiten Viertel viel besser. Es wurde konzentrierter und engagierter der Weg zum Korb gesucht und in der Defence sehr gut und hart verteidigt. Leider ging hier und da die Konzentration dann doch verloren und das wurde von den Lübeckern eiskalt ausgenutzt. Dort zeigten sie warum sie zu recht oben in der Tabelle stehen. Allerdings sind die Nordstars auch nicht zur Gänze auf den Kopf gefallen und holten durch einen 8:0 Run am Ende des Viertels die Halbzeitführung mit 31:28.

Die Halbzeitansprache war klar. Die Mannschaft musste weiter ihre Stärken im Zug zum Korb und unter den Brettern ausspielen um dort die schon leicht in Foultrouble gekommenen Lübecker weiter unter Druck zu setzen. Dies gelang in der ersten Hälfte des Viertels auch und so konnten die Nordstars in der 26. Minute mit 40:31 in Führung gehen. Allerdings zeigte sich dann, dass das Spiel bisher auch schon einige Körner gekostet hatte und die Nordstars wurden mit einer 9 Punkteführung wieder nachlässiger. Punkt um Punkt holten sich die Hansestädter zurück und so ging es ausgeglichen (45:45) in die vermutlich letzte Viertelpause.

Im vierten Viertel entwickelte sich das Spiel zu einem offenen Schlagabtausch. War das Spiel in den ersten Drei Vierteln vor allem von starker Defensivarbeit geprägt, wurde nun alles nach vorne geworfen. Allerdings konnte sich kein Team wirklich absetzen und so ging die Führung immer wieder hin und her. Traf die eine Mannschaft einen Dreier, konterte die andere mit ebenfalls einem erfolgreichen Wurf aus der Distanz. 3,4 Sekunden vor dem Schluss stand es 66:65 für die Nordstars und der Lübecker Spieler Tegtmeyer hatte zwei Freiwürfe. Allerdings versagten ihm ein wenig die Nerven und er traf nur einen der beiden Freiwürfe. So hatten die Nordstars, dank des nach vorne verlegten Einwurfs nach der Auszeit, die Chance das Spiel für sich zu entscheiden. Leider verfehlte der Wurf sein Ziel und so hieß es Overtime in Lübeck.

Auch die Overtime war noch offensiv geprägt. Die Nordstars gingen immer wieder in Führung, doch Lübeck stemmte sich mit allem was sie hatten gegen die drohende Niederlage. Doch so langsam wurde der Kopf auch müde und so kamen immer mehr Fehler ins Spiel. Und so konnten die Hausherren 14 Sekunden vor Ende zum 75:75 ausgleichen. Die verbliebene Restspielzeit sollte doch eigentlich ausreichen um noch einmal zu scoren. So wurde wieder nach einer Auszeit der Einwurf ins Vorfeld verlagert um die 14 Sekunden komplett auszunutzen. Leider wieder ohne Erfolg. Der Wurf von Lucas Dannenberg, dem Point Guard der Nordstars und Dauerläufer des Spiels (von der ersten bis zur letzten Sekunde dauerhaft auf dem Spielfeld) , gelang der Wurf zum Sieg leider nicht.

Also ab in die zweite Overtime. Diese lässt sich schnell zusammenfassen mit wenigen Worten: Im Stehen K.O. In den 5 Minuten der zweiten Overtime gelang Lübeck ein Dreier und den Nordstars ein Lay up und ein erfolgreicher Freiwurf, mehr nicht. Obwohl die Nordstars durch Freiwürfe noch die Chance zum Sieg hatten konnten diese nicht genutzt werden. Darum ging es mit 78:78 in die dritte (!) Overtime.

Mittlerweile waren schon einige Nordstars ausgefoult, was sich besonders bei den kleinen Positionen deutlich machte. Dadurch konnte Lübeck nun das Ruder übernehmen und die Nordstars mussten reagieren. So lief man dem Rückstand hinterher und stemmte sich nun gegen die Niederlage, die dann aber nach 55 Minuten (!) besiegelt war. Friedrichsen vom TUS Lübeck traf in der dritten Overtime 6 von 6 Freiwürfen, eine Leistung, der Respekt gebührt. Das war dann insgesamt zu viel für die mit Krämpfen kämpfende und total ausgelaugte Norderstedter Mannschaft. Nach einem gigantischen Kampf über 3 Overtimes musste man sich dann doch mit 91:85 geschlagen geben.

Coach Robin Hergel nach dem Spiel: „Das hier war der absolute Wahnsinn. Nicht nur, dass wir über eine Distanz von 3 Verlängerungen gehen mussten, sondern auch die Stimmung in der Halle und das Herz, das das Team gezeigt hat. Vielen Dank an unsere 2. Herren, die geschlossen in der Halle geblieben ist, um uns anzufeuern, obwohl sie zuvor ihr Saisonspiel verloren hatten.

So ein Spiel habe ich zuvor noch nicht erlebt und es war schon fast zu gut, als dass es „nur“ um die Tabellenführung der Oberliga geht. Hier haben heute zwei Mannschaften alles gegeben, leider hatten wir am Ende das Nachsehen, da uns die Tiefe in der Bank gefehlt hat, um den Druck, den wir zwischenzeitlich auf Lübeck ausüben konnten, aufrecht zu erhalten.

Dennoch können wir aus dem Spiel eigentlich nur positives ziehen. Wir waren nicht in der Top-Besetzung hier und haben uns dennoch sehr teuer verkauft. Wir haben über weite Teile eine sehr gute Defence gespielt, konnten aber auch offensiv mit Lübeck mitgehen, wenn es sein musste. Und hätten wir eine der drei Chancen genutzt dieses Spiel zu gewinnen, wäre es auch nicht unverdient gewesen. Daran werden wir weiter arbeiten und uns verbessern. Ich freue mich jetzt auf jeden Fall schon auf das Rückspiel, auch wenn jetzt mit Schleswig der nächste schwere Gegner ansteht. Und mal sehen wie das Spiel ausgeht, wenn wir zu Hause spielen und vielleicht sogar die Halle voll bekommen. Dann wird es für Lübeck auch nicht leicht.“

Es spielten für die Nordstars:

Name Punkte FW Fouls
Kernchen 24 5/10 5
Müller      
Dannenberg 14 3/4 1
Lüth 5   1
Sandloff 3 3/4 2
Hergel 2    
Rudolf 9 3/7 2
Räther      
Virus 6 4/8 5
Harbs 20 4/6 1
Beith 2   5
       
Gesamt 85 22/39 (56,41%)  

One Comment

  1. Benni sagt:

    Donnerwetter. Ich drück die Daumen fürs Rückspiel.
    Respekt, auch wenn’s heute nicht gereicht hat.

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